In Erinnerung an Willy Hatt (3.8.1929 – 7.11.2014)

Wir haben in Willy Hatt einen Lehrer, einen Freund und einen vorausschauenden Mentor verloren. Nach dem Judo, das er seit seiner Jugend betrieben hatte, wurde das Aikido in den 60er Jahren Willys große Leidenschaft. Durch seine Kontakte nach Japan zum Gründer des Aikido, O Sensei Morihei Ueshiba, war er es, der Aikido nach Deutschland holte. 1965 kam mit Katsuaki Asai der erste japanische Aikidolehrer in Deutschland an, um von Münster aus das Aikido in Deutschland aufzubauen. Sein Kontakt hier, sein Freund und zeitweise auch sein Arbeitgeber war Willy Hatt. So wurde auch der erste deutsche Aikido-Verband, der Aikikai Deutschland e.V., am 18.5.1967 im Wohnzimmer der Familie Hatt gegründet.

Willy Hatt war damals schon zum ersten Dan ernannt worden. Er war es auch, der für den 1968 neugegründeten Aikikai Münster zunächst einen Raum für ein neues Dojo und dann mit einer Sponsorenaktion Geld für die notwendige Trainingsmatte besorgte. Zusammen mit Günter Riewe, einigen anderen fleißigen Vereinsmitgliedern und auch Katsuaki Asai trieb er den Ausbau des neuen Dojos voran, so dass im Juni 1970 das Training im Dojo am Kappenberger Damm beginnen konnte.

Leider verschlechterte sich die Beziehung zum Aikikai Deutschland im Laufe der Zeit. 1989 schloss sich Willy Hatt mit anderen Aikidolehrern, denen es ebenso erging, dem BDAL, dem Bund Deutscher Aikido-Lehrer, an, um in einem Verband die Interessen des Aikido in Deutschland zu vertreten. Als Willy Hatt im selben Jahr die Aikidogruppe im DJK Wacker Mecklenbeck gründete, konnte er als Alt-Mecklenbecker sein Zuhause und seinen Sport verbinden.

Als er 2004 Christian Jaskulla und den Autor dieser Zeilen zu Dan-Trägern prüfte, ahnten wir es noch nicht, aber Willy Hatt sorgte damals schon für den Fortbestand seiner Aikidoabteilung. Ein große Freude war für ihn im selben Jahr noch die Gründung der Kindergruppe in der Aikidoabteilung. Auch wenn er ab 2006 die Abteilung nicht mehr persönlich betreuen und am Training teilnehmen konnte, war er doch irgendwie immer dabei. Regelmäßig rief er an und informierte sich über den Stand der Dinge im Verein und in der Gruppe, stellte Kontakte her und sprach Empfehlungen aus. Wichtig war ihm immer der Kontakt mit anderen Aikidogruppen in Münster und darüber hinaus sowie die Anbindung der Gruppe an den BDAL, die es ermöglicht, den Wacker-Aikidoka Gürtelprüfungen abzunehmen.
Wir trauern um Willy und werden uns bemühen, die Abteilung in seinem Sinne weiterzuführen.

Dr. Jochen Schepers, 4.Dan
Abteilungsleiter Aikido

Ein Gedanke zu „In Erinnerung an Willy Hatt (3.8.1929 – 7.11.2014)

  1. Die Zeit, sie rennt, wir kommen kaum hinterher. Kommen und Gehen ist unser Schicksal. Was bleiben und Generationen weltweit verbinden kann, ist unser schönes Aikido, das Jeder für sich selbst auslegen, üben und weitergeben sollte, falls er/sie sich dazu in der Lage fühlt.
    Solche Menschen waren neben vielen anderen Herr Asai, Willi Hatt, Günter Riewe und die vielen japanischen Lehrer aus der Gründerzeit des Aikido, die uns hier in Deutschland bei Lehrgängen unterrichtet und viele Menschen verschiedenster Nationen zusammengeführt haben, die wir je nach Reisemöglichkeiten auch in anderen Ländern oder gar in Tokio wiedertreffen konnten.
    Und hier möchte ich ebenfalls Willi Hatt und Günter Riewe als ein ganz besonderes Team hervorheben und an sie und ihr Arbeit für die Gedanken des Aikido erinnern.
    Sie haben entscheidend zum Aufbau und zur Verbreitung des Aikido beigetragen.
    Herzliche Grüße aber auch an Dr. Jochen Schepers.
    Volker Görlich

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