
Public Viewing am Wacker begeistert zum Auftakt
Public Viewing am Wacker begeistert zum Auftakt! Public Viewing am Wacker begeistert zum Auftakt – jetzt wartet das nächste Fußballfest! Was für ein Start! Rund
Anna: Das war das 2:1 im Heimspiel gegen den 1. FC Köln II (Anmerkung: Tabellenführer und möglicher Aufsteiger), für Köln ja die einzige Niederlage in der Hinrunde. In diesem Spiel ist alles aufgegangen, was wir uns vorgenommen hatten und das war für mich natürlich sehr schön zu sehen. Jede einzelne Spielerin hat herausragend gespielt. Wie wir diese Partie noch gedreht haben, war wirklich ein Highlight!
Anna: Noch ist die Saison ja nicht durch, deshalb kann ich noch keine komplette Analyse präsentieren. Stand heute nenne ich da zunächst die Art und Weise, wie sich das Team in den letzten Wochen Stück für Stück aus einer schwierigen Situation herausentwickelt hat. Wir hatten einen schwierigen Start nach der Winterpause, aber die letzten Spiele waren wieder gut. Beispielsweise beim 5:0 jetzt gegen Deutz haben wir den Gegner klar dominiert, mit wirklich sehr schön heraus gespielten Toren. Diese positive Entwicklung können wir mitnehmen, denn das ist auch etwas, was ein Team ausmacht. Jetzt wissen alle, dass man sich aus solchen Phasen gemeinsam rausarbeiten kann.
Anna: Die Chancenauswertung ist sicherlich ein Thema, welches wir uns anschauen müssen. Dadurch haben wir diese Saison einige Punkte liegen gelassen. Vielleicht haben wir uns auch einen etwas besseren Tabellenplatz gewünscht, aber wenn man alle Umstände betrachtet, ist es ok, wo wir stehen. Zu berücksichtigen ist auch, dass die Regionalliga in dieser Saison deutlich stärker geworden ist, allein schon durch den Aufsteiger Borussia Dortmund, wo unter ganz anderen Bedingungen gearbeitet werden kann.
Anna: Auf jeden Fall haben wir kaum eine Torchance zugelassen.
Anna: Für mich war das die Heimniederlage gegen Mönchengladbach II. Es ist das einzige Spiel in dieser Saison, wo ich nichts Gutes bei uns gesehen habe, auf jedweder Ebene. Diese Niederlage müssen wir uns alle zusammen ankreiden. Ansonsten hat das Team in jedem Spiel, auch in den nicht gewonnenen, viel Positives abgeliefert. Gladbach aber war der Tiefpunkt und zugleich Umschaltpunkt. Denn danach begann glücklicherweise das, was ich vorhin mit Rausarbeiten bezeichnet habe.
Anna: Das ganze Team hat performt und da könnte ich einige nennen, jede mit unterschiedlichen Qualitäten. Eine wirklich überragende Saison spielt für mich unsere Ur-Wackeranerin Britta Stein in der Innenverteidigung, die das Spiel mit ihrer ganzen Erfahrung und ihrer Spielintelligenz trägt und ja auch in unserem Kapitäninnenteam Verantwortung übernimmt. Sie fällt vielleicht nicht immer so auf. Aber über die gesamte Saison agiert sie konstant auf sehr hohem Niveau.
Anna: Die Lernkurve war schon enorm auf unterschiedlichen Ebenen. Erstmalig konnte ich mit einem großen TrainerInnenteam arbeiten, mit zwei Co-Trainern, Torwarttrainern, Physiotherapeut, Betreuerin. Dass bedarf natürlich zahlreicher Abstimmungsprozesse, in denen Aufgaben nach individuellen Qualitäten verteilt werden. Das war auch für mich ein Learning, immer zu schauen, was kann ich am besten, wo haben andere ihre Stärken, die wir reinbringen sollten.
Anna: Zum Beispiel die konkrete Vorbereitung auf den nächsten Gegner. Auf diesem Level ist die Spielvorbereitung eine ganz andere, als ich es zuvor erlebt habe. Wir haben sehr viele Informationen und Daten in einem Ausmaß zur Verfügung, wie ich es vorher nicht kannte. Allen voran natürlich Videos, die es auszuwerten gilt und aus denen einzelne Sequenzen zusammengeschnitten werden, die dem Team gezeigt werden. Das mache ich selber und das ist auch zeitlich schon eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Aber wenn man sieht, was das Team aus diesen Informationen herausholt und dann umsetzt, wie z.B. gegen Köln oder gegen Deutz, dann muss ich sagen: es lohnt sich!
Anna: Also auf dem Platz merkt man deutlich, dass es ein Mehr an Athletik gibt. Das kann damit zusammenhängen, dass nicht bei allen, aber doch bei vielen Vereinen die Infrastruktur langsam besser wird. Es gibt mehr Trainingseinheiten und es gibt abgestimmteres Training auch auf die körperlichen Anforderungen der Spielerinnen hin. Das sorgt für schnelleres und dynamischeres Spiel.
Anna: Wir sind da gerade so an der Schwelle. Der Aufwand für die Spielerinnen ist schon jetzt extrem hoch und alle machen es, weil sie es wollen. Wir reden da noch nicht über irgendwelche Vergütungen. Die Frauen müssen den Fußball zwischen Studium, Vollzeit- oder Teilzeitjob irgendwie managen. Hinzu kommen ja noch individuelle Angebote, die sie z.B. von unserem Physio bekommen. Das alles ist immer wieder ein Spagat. Deshalb sind wir diese Saison auch bei dreimal Training in der Woche geblieben. Langfristig sollten wir schon auf eine vierte Einheit gehen.
Anna: Nein. Natürlich wird es Abgänge geben, das ist ja ganz normal. Aber der Kern des Teams steht und wird auch so zusammenbleiben.
Anna: Das wäre natürlich ein Traumszenario, mit dem wir liebäugeln. Mehr aber noch nicht. Denn ich hatte vorhin ja schon erwähnt, dass die Regionalliga immer stärker wird. Nicht nur durch Borussia Dortmund, die vielleicht wieder dabei sind. Dann sähen wir in der nächsten Saison eine Alexandra Popp in der Liga, das sagt ja schon eine Menge. Aber auch die U21-Mannschaften der Bundesligisten haben immer mehr Qualität. Wenn in der nächsten Saison dann auch noch Schalke dazu kommt, wird es den nächsten Leistungssprung geben. Also für uns wird das auf jeden Fall eine große Herausforderung.
Anna: Also ich sehe das grundsätzlich positiv, dass diese Vereine in den Frauenbereich investieren und dadurch immer mehr Spielerinnen professionelle Bedingungen zur Verfügung gestellt werden. Zunächst einmal braucht es das Invest, das sehen wir in anderen Ländern, wie zum Beispiel in England. Man sollte auch nicht unterschätzen, welche Sogwirkungen diese großen Namen auf Kinder haben und wie glücklich sie sind, wenn sie für einen solchen Verein spielen dürfen. Ich erinnere mich an ein Spiel der U14-Westfalenauswahl, die ich damals betreute, gegen Niedersachsen. Und da kamen dann Spielerinnen auf mich zu und sagten ein bißchen ehrfurchtsvoll: „Boah, Anna, da spielen welche beim Vfl Wolfsburg!!!“. Und ich denke, es ist das Schönste, wenn jedes Kind unabhängig vom Geschlecht, davon träumen darf, für einen großen Verein zu spielen. Also ich kann mich nur freuen, wenn diese Vereine es nicht nur einfach anbieten, sondern es gut gestalten wollen, mit guten Trainerinnen und Trainern und mit vernünftiger Infrastruktur. Und ich freue mich auch darüber, dass Preußen Münster offensichtlich auch stark in diese Richtung denkt. Das alles wird uns helfen.
Anna: Ich habe mich zunächst einmal unglaublich gefreut für sie. Persönlich kenne ich sie nicht, beim HSV haben wir beide zu unterschiedlichen Zeiten gespielt. Aber ich habe aus Hamburg nur Positives über sie gehört. Und unabhängig davon und auch unabhängig von der Person, hat glaube ich jede Fußballerin eine innere Verbindung zu dieser Entscheidung gespürt und sich mit ihr gefreut. Gleichzeitig sage ich Chapeau und Respekt, dass sie das gemacht hat, denn man steht ja doch auf einmal ungeheuer im Rampenlicht. Wie sie das dann alles gehandelt hat, fand ich unglaublich beeindruckend und freue mich eigentlich immer noch.
Anna: Das weiß ich nicht. Es hilft zunächst, andere Bilder im Kopf zu schaffen und Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dass Trainer auch im Profibereich nicht immer männlich sein müssen. Und allein das tut dem Fußball schon unheimlich gut. Für junge Frauen öffnet sich zum Beispiel jetzt möglicherweise der Blick auf das weitgehend unbekannte Berufsbild „Fußballtrainerin“. Ich empfinde das alles schon als wichtiges Signal und das kann Türen öffnen, aber es ist auch nur ein Schritt in die richtige Richtung.
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